• Februar 2019

LIEBER KLUMPEN

Bevor ich es vergesse: Einen schönen Gruss soll ich dir ausrichten, von einer Leserin, einer Karin Huser. Sie hat mir einen elektronischen Brief geschrieben, zur vorletzten Kolumne. Sie scheint dich zu kennen, von früher. Aus der Schulzeit? Von einer Blauringparty? Vom Spaghettitanz? Auf jeden Fall soll ich dich von ihr grüssen, was ich hiermit tue. Sie schrieb aber ja aus einem anderen Grund, wie manche Leserinnen und Leser übrigens; es ging um die Klage/Beschwerde/ Reklamation, dass in jener Kolumne – meinem Brief an den Strichpunkt – kein einziger Strichpunkt vorgekommen war, obwohl ich doch erwähnte, wie wichtig er mir sei.

Nun, das war natürlich vorsätzlich, pure Absicht, denn noch bevor ich den ersten Satz geschrieben hatte, wusste ich: Ich würde dem Strichpunkt eine Art Liebesbrief schreiben, ihn selbst aber nicht verwenden. Und dies, obwohl alle Einsatzgebiete für ihn exemplarisch vorhanden wären. Eine jede Leserin und ein jeder Leser sollte mit Strichpunkten nach eigenem Gusto den Text verschönern. Ich träumte wohl davon, der Text fände als Anschauungsbeispiel im Deutschunterricht Eingang. Aber ich hätte wohl die erhoffte Vorgehensweise erwähnen sollen. Man kann nicht genug auf gewisse Dinge hinweisen, darauf aufmerksam machen, zeigen.

Apropos: Mein Sohn meinte, als er kurz von seiner portablen Spielkonsole aufblickte, um mit seinem Erziehungsberechtigten zu kommunizieren, ich solle mal einen Brief «an dicke Menschen» schreiben. Ich war leicht verstört, als ich diese Idee vernahm, und sagte ihm, eine solche Thematik sei eine problematische, denn die Menschen seien aus vielerlei Gründen und nicht immer freiwillig dick. Ausserdem: Was sollte ich an dicke Menschen schreiben? Gourmettipps? Worauf er sagte: Nein, nicht «an dicke Menschen» habe er gesagt, ich solle besser zuhören, die Ohren aufmachen. Er habe vorgeschlagen «an antike Menschen» zu schreiben! Persönlichkeiten aus der Vergangenheit, die längst tot sind, aber unvergessen, wieso auch immer, an irgendwen halt aus der als «die Antike» bekannten Zeitspanne; an eine oder einen, die/der nach 800 vor und vor 600 nach Christi Geburt geboren wurde – oder am besten gleich der. «Jesus?», fragte ich. «Genau», sagte er, «Jesus.» «Jesses!», meinte ich, «was soll ich denn Jesus schreiben?» Dies sei dann ja wohl mein Problem, so hörte ich ihn sagen (also meinen Sohn, nicht Jesus), dann versenkte er seinen Blick wieder in ein Spiel namens «Super Smash Bros. Ultimate».

Dies ein kurzer Zwischenbericht. Vergiss nicht: Bald habe ich Geburtstag – und es wird ein runder sein; mach dir schon mal Gedanken über das Geschenk. Und dann erzähl mir: Was war damals mit der Huser an der Blauringparty?

;-) Max

PS Song zum Thema: «Happy Hippie Birthday» von Soko vom Album «I Thought I Was an Alien», 2012.