EIN HERZ FÜR TIERE
Der Erbscheich von Dubai, Hamdan bin Mohammed bin Rashid al-Maktoum, hat ein Herz für Tiere. Er ist ein eingefleischter Rösseler und ehemaliger Weltmeister im Distanzreiten (die 160 km am Stück schaffte er auf dem Rücken seiner braunen Stute Yamamah, nicht zu verwechseln mit der japanischen Motorradmarke Yamaha, in 8:08:28).
Hamdan bin Mohammed bin Rashid al-Maktoum mag auch Vögel. Zum Beispiel Tauben. Er liebt sie so sehr, dass er darauf verzichtete, seinen Mercedes-Geländewagen (Modell G 63) weiter zu benutzen, nachdem er entdeckt hatte, dass Tauben ihr Nest zwischen den Frontscheibenwischern erbaut hatten. Zwei Eier lagen im Nest. Also beschloss er in einem Akt grosser Menschlichkeit, die Tauben auf seinem Mercedes brüten zu lassen. Er liess gar eine Absperrung errichten, damit niemand den Vögeln zu nahe kam.
Gut, für den Scheich ist es auch ein Leichtes, eine Weile auf den Mercedes zu verzichten, er hat nämlich noch fünfhundert andere Autos in der Garage, darunter ein paar echte Preziosen, etwa einen vergoldeten Bugatti. Unsereins wäre wohl mit sich eher uneins bei einer ähnlichen Entdeckung. Ich denke nicht, dass ich Tauben wegen auch nur einen Tag auf meinen alten Volvo verzichten würde. Ehrlich gesagt würde ich Tauben wegen auf überhaupt nichts verzichten wollen.
Die Liebe zu Tieren ist unter wohlhabenden Menschen verbreitet. Die von der ehemaligen FCB-Präsidentin Gigi Oeri lancierte Stiftung Gossos (katalanisch für «Hund») etwa «dient dem Wohl von Hunden und fördert das Verhältnis zwischen Mensch und Hund». Sie fliegt in diesem Sinne auf Ibiza eingesammelte Strassenhunde in die Schweiz, scheints wöchentlich und nachhaltig, per Privatjet.
Ein anderes Beispiel für eine Person mit noblen tierischen Absichten ist Regina Bachmann. In der öffentlichen Wahrnehmung ist Bachmann ein wenig zur Buhfrau geworden. Menschen fühlen sich ihretwegen schlecht behandelt, denn Bachmann erbte von ihrem Vater Liegenschaften in Zürich, ihrer bunten Farbe wegen liebevoll Sugus-Häuser genannt. Und kaum war das Erbe geregelt, kündigte sie den Mietern subito. Eine schöne Bescherung! Scheinbar will sie die Wohnungen zu Businessapartments umbauen lassen. Nach einem Hin und Her wurde immerhin die Kündigungsfrist erstreckt, allerdings droht sie jenen Mietparteien, welche mit Protestplakaten an ihren Balkonen auf diesen offensichtlichen Fall von Immobilienhai-Geldgeilheit hinweisen, mit einer Expresskündigung.
Doch zu Tieren ist sie lieb. Denn auch Regina Bachmann sitzt einer Stiftung vor. Diese heisst DiOro, ist in Zug domiziliert und mit dem Zweck versehen, den Tierschutz im In- und Ausland zu fördern. «Di oro» – «aus Gold», denn so sind die Viecher eben: goldig! Im Gegensatz zu den Menschen. Die sind mühsam. Die reden blöd daher. Die haben Vorstellungen. Die sind schlecht angezogen. Die haben Ansprüche. Und dann haben sie auch noch moralische Ansichten, diese Menschen! Tiere dagegen sind unschuldig. Und dankbar. Sagen brav «miau» oder «wau», wenn sie ihr Futter bekommen oder eine liebe Hand sie streichelt.
Ja, Tiere sind süss. Wer je «nasse Eule» gegoogelt hat (vom Regen nasse Eulen sieht man im Internet weit häufiger als in der freien Wildbahn), die oder der weiss: Ein solcher Anblick lässt das Herz eines jeden Menschen schmelzen wie einen mit Knoblauchzehen gespickten Laib Vacherin Mont d’Or im Ofen nach 25 Minuten bei 200 Grad. Goldig!