• September 2025

Wissenschaftlicher Käse mit Max Küng: Wie wirkt sich Emmentaler auf den Schlaf aus?

Es gibt sie noch, die Dinge, welche eine Maschine nicht kann, der Mensch aber schon. Zum Beispiel Träumen.

Fragt man etwa Chat-GPT, ob er träume, verneint der KI-gestützte Chatbot. Denn zum Träumen, so schreibt er, fehlten ihm drei wesentliche Dinge: das Unterbewusstsein, die subjektive Wahrnehmung, und vor allem kennt er keinen Schlaf. Ohne Schlaf gibt es keine Träume. Wenn nun Spitzfindige das Kinn recken, den Zeigefinger strecken und anmerken, es gäbe ja auch Träume fern des Schlafes, etwa Tagträume, dann sei hinzugefügt, dass Chat-GPT auch solche nicht kennt.

Und wenn man den Chatbot fragt, von was er träumen würde, tagsüber, hätte er die Fähigkeit dazu, antwortet er: «Wenn ich Tagträume hätte – was ja rein hypothetisch ist – dann würde ich mir wohl vorstellen, wie es wäre, die Welt ganz direkt zu erleben, nicht nur durch Texte und Daten.» Voller Sehnsucht, die Maschine!

Der Schlaf, das unbekannte Wesen. Wir meinen ihn gut zu kennen, aber ehrlich gesagt: Ich weiss wenig über ihn, denn wenn ich ihm begegne, dann bin ich ja nicht bei Bewusstsein. Es ist ein bisschen wie beim Licht im Kühlschrank. Ist es wirklich aus, wenn die Türe zu ist? Wir werden es nie erfahren. Was wir jedoch aus dem Schlaf mitnehmen können, als Beute der Nacht, sind die Träume, oder besser gesagt: die Erinnerungen daran. Selbstverständlich wurde und wird sowohl über das eine wie auch das andere eifrig geforscht.

Träume sind Käse, oder?

Bei einer der neueren Schlaf-Studien spielt Käse eine Rolle. Ein britischer Hersteller von handgefertigten Edelmatratzen (das Topmodell Kensington 3000 ist mit Lammwolle, Pferdehaar und Kaschmir gefüllt) liess in einer Studie die Auswirkungen von Käse auf Schlaf und Träume untersuchen.

Das Resultat ist klar: Der Konsum von Käse vor dem Zubettgehen steigert die Traumwahrscheinlichkeit sowie die Aussicht auf Albträume massgeblich. Als Grund wird das im Käse enthaltene Tyramin vermutet, welches die Ausschüttung des Stressbotenstoffes Noradrenalin bewirken soll.

Allerdings ist diese Studie mit Vorsicht zu geniessen, eventuell ist sie auch wissenschaftlicher Käse, denn zum Resultat führte die Befragung von gerade einmal dreissig Probanden, welche die Auswirkungen des Konsums von lediglich vier Käsesorten verglichen.

Studie über den stinkendsten Käse

Das klingt wenig seriös. Deshalb starte ich nun meine eigene Untersuchung. Und zwar mit allen Käsesorten, welche mein Quartierladen hergibt. Das sind dreihundert an der Zahl. Angefangen bei einem der auf den ersten Biss langweiligsten aller Käsesorten, dem Emmentaler, den ich aber auch in seiner mildesten Form schätze, der Subtilität wegen, die dazu einlädt, tüchtig auf die Senftube zu drücken. Erste Dosis: 25 Gramm. Dann wird täglich verdoppelt.

Und ich freue mich schon auf die Hieronymus-Bosch-Träume, wenn ich bei der Maximaldosis von 800 Gramm und dem schmierigen Rohmilchweichkäse Vieux-boulogne angelangt sein werde. Träume hoffentlich, welche sich keine Maschine in den wildesten Träumen ausdenken könnte!

Der Vieux-boulogne gilt übrigens als stinkendster Käse der ganzen Welt! Dies hat die Universität im britischen Cranfield herausgefunden, in einer wissenschaftlichen Studie selbstverständlich, mittels einer computergesteuerten elektronischen Nase.

Foto: Julia Ishac